Netzneutralität. Wichtig und unterbesprochen.

Veröffentlicht am: 16.04.2018 | Kategorie(n):


Netzneutralität. Wichtig und unterbesprochen.

Bei Netzneutralität geht es darum, dass Internetserviceprovider (ISP’s) allen Datenverkehr gleichbehandeln. Also unabhängig vom genutzten Service und dem Nutzer. Vergleichbar also mit dem Strom aus der Steckdose: der Strom kommt, unabhängig ob man damit etwa eine Kaffeemaschine oder einen Kühlschrank betreibt.

Wieso ist das überhaupt ein Thema?

In den USA gibt es schon lange Fälle, in denen ISP‘s den Datenverkehr zu und von gewissen Internetseiten verlangsamen und andere Dienste bevorzugt übertragen.

Auch das Erlassen von Netzsperren – wie die des Geldspielgesetzes – über welches in der Schweiz abgestimmt werden soll, ist hier ein wichtiges Thema. In China beispielsweise wird der Datenverkehr schon lange reguliert. Einige Seiten sind aus China ohne Tricks nicht zu erreichen (z.B. Google, Facebook …).

Netzsperren können zunächst einmal Seiten nicht vollständig blockieren. Darüber hinaus sollte man sich immer die Frage stellen, inwiefern eine Infrastruktur, die das Internet zensiert, befürwortet werden sollte.

Sollten Internetdienstleister uneingeschränkt über Prioritäten und Geschwindigkeiten einzelner Dienste entscheiden dürfen, könnte sich dies im Extremfall wie folgt auswirken:

  1. Der ISP „Bestinternetever“ startet eine eigene Streamingplattform. Um den Nutzer auf die eigene Plattform zu bringen, drosselt (oder stoppt) er den Datenfluss zu konkurrierenden Streamingportalen.
  2. Der ISP „Bestinternetever“ bietet Nutzern nur ein reduziertes Internet an, also Zugang zu gewissen Seiten und schaltet dann mit extra Abonnements einzelne Services zusätzlich frei. Also Internet à la carte. Uneingeschränkter Internetzugriff wird letztendlich sehr teuer.
  3. „Bestinternetever“ entschließt sich, den Zugriff auf Seiten, die andere Meinungen vertreten, oder Informationen die „Bestinternetever“ zuwiderlaufen, zu blocken.

Natürlich sind das sehr extreme Beispiele. Zunächst geht es bei Netzneutralität auch darum, ob beispielsweise Datenübertragung von Unternehmen bevorzugt behandelt werden soll. Ist beispielsweise an einem Ort die Kapazität überlastet, so könnten Privatnutzer zu Gunsten von Unternehmen, die hierfür eine extra Prämie zahlen, heruntergestuft werden.